Mein Luxusmamaleben

Nach vielen Wochen Pause wird wieder Zeit hier Leben rein zubringen. Zeit ist Mangelware, vor allem wenn man ein Baby zu Hause hat, aber ich will mich nicht beschweren, denn es gibt viele Menschen da draußen die noch mehr zu schaffen haben. Ich habe es erst im Urlaub zu schätzen gelernt, obwohl man eher davon ausgeht, dass Urlaub der Erholung dient.

Ich war in meiner Heimat, in Polen. Wo ich aufgewachsen bin und die ersten 14 Jahre meines Lebens verbrachte. Wie ich schon in meinen ersten Beiträgen erwähnte, war ich ein verwöhntes Omakind. Meine Eltern waren selten da, die meiste Zeit waren sie in Deutschland und verdienten das Geld. Ja, damit es uns irgendwann besser geht. So war die Traumvorstellung, die eh nach paar Jahren geplatzt ist. Warum? Um es kurz zu fassen. Betrug, gebrochene Herzen, kein Erfolg im eigenem Geschäft… So kam eins zum anderen und meine Eltern trennten ihre Wege.

Aber das war nicht das Thema worüber ich hier schreiben will. Meine Kindheit verbrachte ich also in Polen, mal bei der Einen und mal bei der Anderen Oma. Da sie aber in einer Stadt wohnen, war es nie nötig um den Kindergarten oder gar Schule zu wechseln. Optimal also. Ich ging das erste mal in einen Kindergarten mit 4 Jahren. Ich kann mich noch gut an das Gebäude erinnern, den Geruch nach der Mittagssuppe, die Kinderbettwäsche wo wir Mittagsschlaf gemacht haben und wie ich immer wieder versuchte die Erzieherinnen aus zu tricksen nicht schlafen zu müssen. Dann meine Schulzeit, die Wege zur Schule und zurück. Auch die, die wir mit Freunden beim Blaumachen zurückgelegt haben. Die geheime Orte im Park, wo ich mit dem ersten Freund verbracht habe und sowieso die Stadt, die mein Leben so geprägt hat und die ich immer geliebt habe. Irgendwann als die Zeit in der Familie stürmisch geworden ist, ist mir die Stadt hässlich vorgekommen. Ich mochte nicht mehr dort sein. Obwohl ich sehr viele Freunde hatte und es in der Schule immer sehr gut lief, entschied ich mich zu meinem Papa nach Deutschland zu ziehen. Er organisierte für mich die Schule, sodass ich direkt nach den Ferien einsteigen konnte. Und auch wenn ich noch lange Zeit in einem Zwiespalt war, kam es mir nie in den Sinn, Deutschland zu verlassen und zurück nach Polen zu gehen. Auch nicht, oder sogar dann nicht, als mich mein Papa mit 17 wegen seiner neuen Frau nach Polen zur Oma schicken wollte, weil ich mit ihr nicht zurecht kam. Beziehungsweise (und das sogar wortwörtlich beziehungsweise)  sie nicht mit mir. Tut sie bis heute nicht. Nicht mit mir, meiner Schwester, ihrem Sohn und sogar sehr oft mit meinem Papa nicht. Aber darüber brauche ich hier weiter nicht zu schreiben. Wollen wir ja keine Unruhe stiften.

Nun ja, ich habe mich in Deutschland eingelebt und das Leben hier gefiel mir gut. Auch ohne „echte“ Freunde, ohne Erfolg in der Schule und ohne ein stabiles „Beziehungsleben“ zu haben. Ich bleib aber trotzdem hier. Zog zu einem Freund, machte meine Ausbildung, machte ein Führerschein, kaufte mir ein Auto, zog in eine Studentenbude und genießte das Leben… und so weiter.

Kurz bevor ich die Liebe meines Lebens kennen gelernt habe, bzw. Lieben gelernt (wir waren uns schon vorher begegnet aber ohne „Liebe auf den ersten Blick“), kreisten meine Gedanken wieder zurück nach Polen zu gehen. Ich habe mich dort schon erkundigt, ob die Deutsche Ausbildung zur Krankenschwester anerkannt wird, ich suchte schon eine Wohnung und machte ein Plan wie ich alles kurz umsetzten kann. Aber dann… Dann kam Florian und veränderte mein Leben. Die Pläne waren auf einmal verschwunden… Vergessen…

Und das war mein Schicksal was mich und mein Leben verändert hat. Mein Leben würde zu meinem Luxusleben, denn noch nie zuvor habe ich mich so vollkommen und erfüllt gefühlt. Noch nie war ich so angekommen wie jetzt. Dort wo ich jetzt bin. Für Einige ist Luxus ein Gegenstand oder ein Erlebnis. Das teure Auto, eine Villa, ein Urlaub in der Karibik… Für mich ist Luxus mein Leben, wie ich es lebe und wie ich es zu schätzen weiß. Mein Freund und mein kleiner Sohn, meine Familie.

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