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  • Unser Reisebericht – Świnoujście Teil I

    Ahoi! Da sind wir wieder und wie versprochen auch Unser Reisebericht. Munter und frisch erholt aus unserem Urlaub zurück. Wie ich im letzten Beitrag ein paar Tipps aufgeschrieben habe, kann ich es heute definitiv noch ergänzen. Man merkt ja erst vor Ort was man alles vergessen hat und was man hätte noch mitnehmen können.

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    Nun ja, unser Ziel war Swinemünde oder wie die Deutschen sagen, die polnische Seite von Usedom. Wie kam ich auf diesen Urlaubsort? Spontan. Mir schwirrten in Gedanken vorerst Städte wie Danzig und Sopot. Übrigens auch sehr schöne Orte für einen Familien Sommerurlaub. Wir, oder besser gesagt ich, entschied mich aber dagegen. Mit einem Baby eine 10 Stunden Fahrt wäre eine Herausforderung schlechthin, die höchstwahrscheinlich sich in eine 13 Stunden Fahrt heraus zögern würde. Die Variante zu fliegen wäre dafür sicherlich optimal, aber die Anbindung bei uns in der Nähe ist auch nicht besser und wenn, dann kosten die Flüge das 3-4 fache an dem was wir für eine Reise ausgeben würden.

    Um aber doch ein günstiges Urlaub am Strand machen zu können, haben wir uns für Swinemünde entschieden. Schnell fand ich eine Unterkunft für uns Drei. 380 Zloty pro Nacht mit Frühstück und kostenlosem Parkplatz hinter dem Haus. Top! Am Ende werde ich euch noch verraten was der komplette Urlaub gekostet hat. Persönlich finde ich es immer auch sehr interessant es zu erfahren, was man dafür ausgibt, finde es aber schade, dass Alle daraus ein Geheimnis machen.

    Zurück zur Swinemünde. Ich nenne es Saint Tropez Polens. Die Einfahrt in die Stadt erinnerte mich an den Hafen von dem kleinen französischen Ort. Und zwar erstrecken sich die Häuser und der lange Fußgängerweg am Hafen, sehr ähnlich wie in Saint Tropez. Ich war sofort verliebt. Angekommen in unserer Unterkunft begrüßten uns die Besitzer ganz herzlich. Alles sehr familiär gehalten. Alles frisch, neu und sauber. Die Besitzerin bot uns an, für Adrian ein Reisebettchen zu geben. Dies war aber nicht nötig, da unser Wurm eh immer mit uns liegt. Am ersten Abend machten wir noch einen kleinen Spaziergang in die Innenstadt um dort das Geld wechseln zu können und paar Kleinigkeiten zu besorgen. Informiert euch am besten vorher im Internet wie der Wechselkurs ist. Am Anfang der Stadt gibt es auch Wechselstuben, es wird aber deutlich weniger angeboten. Auch in einigen Geschäften und Restaurants kann man in Euro bezahlen. Der Kurs dort liegt aber auch deutlich drunter. Das Geld aus einem Bankautomaten zu holen ist ebenfalls eine Möglichkeit, aber dort ist der Kurs und die Gebühren dazu nicht vorteilhaft für den Urlauber und am Ende verliert man nur unnötig Geld, was man ja vielleicht noch woanders ausgeben kann. So viel zum Finanziellen. Nun, nachdem wir erfolgreich eine Wechselstube gefunden habe und ich den Kurs noch um 4 Groschen verhandelt habe, haben wir uns auf dem Weg in ein Geschäft gemacht um paar kleine Einkäufe zu erledigen. Eigentlich haben wir das gekauft, was ich vergessen habe, sprich Spülmittel für Adrians Flaschen und Sauger, polnische Gurken (die sich Florian gewünscht hat) und dazu natürlich Salz, Deo für mich, Getränke und etwas zum Knabbern für den Abend.

    Am nächsten Tag nach einem sehr ausgiebigem Frühstück, machten wir ein Spaziergang um die Umgebung und etwas geschichtliches zu erkunden. Ich muss ehrlich zugeben, kurz vor unserem Urlaub, kam mir der Gedanke aus platztechnischen Gründen einen kleinen Buggy zu kaufen. Zum Glück hat mich Florian davon abgehalten und wir haben unser Kinderwagen mitgenommen. Er ist wirklich goldwert und das hier ist jetzt keine Werbung sondern reine Empfehlung. Er hat einen sehr schönen großen Korb (was ich auch von Vorteil nutze, wenn wir einkaufen gehen), gute Federung an allen Rädern und er ist somit auch sehr wendig und leicht zum Schieben. Gut eins geb ich zu, als wir zum Strand aufgebrochen sind, war es nicht möglich es alleine zu schieben, sondern wir haben ihn dahin gezogen, aber welcher Kinderwagen lässt sich am Strand schieben?

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    Zusätzlich zum Kinderwagen hatten wir auch unsere Babytrage. Da ich gerne auf alles vorbereitet bin, nahm ich die mit und sie kam auch nicht nur einmal zum Einsatz. Nach paar Stunden Spaziergang im Kinderwagen, wird es auch mal langweilig nur zu Sitzen und da ist Tragen eine gute Alternative. Wir nutzen die normale Trage von Ergobaby.

    Am darauffolgenden Tag unseres Urlaubs, machten wir uns mit Fahrrädern und einem Fahrradanhänger auf zur nächsten Erkundungstour durch Swinemünde. Tja, das war keine gute Idee. Zumindest fand Adrian die Idee nicht besonders gut. Als wir mit der Fähre auf die andere Seite von Swinemünde gefahren sind, kam der Punkt in dem Adrian anfing unruhig zu werden und geweint hat. Schlafen war für ihn nicht möglich, da es zu doll geruckelt hat. Ich glaube aber auch, dass seine Laune durch die durchschießende Zähne und die Erkältung auch noch geprägt war. Als wir am Leuchtturm ankamen, schlief Adrian in der Trage ein und dann kam mir die geniale Idee den Leuchtturm zu besichtigen. Mit zehn Kilo am Rücken. Mehr als 300 Stufen um den Ausblick zu genießen. Bereits nach 120 war ich k.o. und dachte ich wäre schon ganz oben. Dies ist mir aber erst klar geworden als ich paar Tage später die Fotos angeschaut habe. Leider war da keine Ostsee zu sehen, sondern nur die Swine und wer jetzt lachen muss, gerne. 😀

    Den Rückweg verbrachte Adrian in der Trage. In der Villa angekommen fielen wir alle ganz müde ins Bett. Vor allem Adrian war wirklich nicht gut drauf. Er röchelte und sein Husten würde schlimmer. Wir beschlossen am nächsten Tag einen Arzt aufzusuchen. Die Geschichte dazu kommt im nächsten Beitrag.

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    Was ich hier aber verprochen habe sind noch die paar Tipps.

    • Spülmittel, Schwamm und Geschirrtuch. Daran habe ich gar nicht gedacht, fand ich aber schon es gut zu haben. Vor allem wenn man öfter am Tag die Fläschen oder Schnuller sauber machen möchte.
    • Rucksack. Ich bin gewöhnt immer mit Kinderwagen und Wickeltasche loszugehen. Wir haben ein Tag ohne Kinderwagen verbracht um auf ein Segelschiff zu gehen und einiges zu erkunden, wo wir mit Kinderwagen nicht hinkommen. Die schwere Wickeltasche auf einer Schulter zu tragen war eher lästig, da hätte ich mir ein Rucksack gewünscht.
  • Mamasein
  • Urlaub mit Baby

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    Sommer, Sonne, Sonnenschein… Ist ja schon fast vorbei aber nichtsdestotrotz, reisen noch einige Familien gerade jetzt in den kälteren Monaten in den Urlaub mit Baby. Auch wir haben uns dazu entschieden paar Tage zusammen zu verbringen. Wir machen zwar keine große Weltreise und fliegen auch nicht auf die Sonneninseln, aber trotzdem möchte ich meine kleine Erfahrung mit euch teilen.

    Wie einige schon sicherlich auf Instagram und in meinem letzten Post mitbekommen haben, war ich dieses Jahr in Polen. Zur Unterstützung hatte ich meine Schwester dabei, denn alleine mit Baby ist es oft sehr schwierig. Ich rede hier von einer langen Autofahrt. Noch vor meiner Babyzeit war ich mindestens einmal im Monat in Polen. Manchmal sogar öfter. Die Strecke ist für mich also gar kein Problem. Was aber nach einigen Jahren problematisch geworden ist, sind meine Augen und mein Sehvermögen in der Nacht. Durch einen Autounfall zusätzlich davon geprägt, fahre ich so gut wie gar nicht mehr Nachts.

    Nun ja wie ist denn meine Erfahrung zum Thema Langstreckenfahrt mit Baby. Wir führen morgens früh los. Am Abend zuvor packte ich das Auto und legte mich noch ins Bett. Um 3 Uhr hieß es für mich aufstehen. Ich bereitete eine Flasche mit Babymilch vor und nahm auch paar kleine Fruchtquetschis mit. Getränke mit Wasser und Saft, auch selbstverständlich dabei. Im Halbschlaf legte ich Adrian in die Babyschale und gegen 4 Uhr fuhren wir los. Den ersten Stopp legten wir gegen 8 Uhr ein. Kaffee und Brötchen für mich und meine Schwester, die Flasche für Adrian. Wickeln in der Tankstelle, weiter geht es. Der zweite Stopp kurz nach 11 Uhr. Toiletten Besuch und Wickeln, und eine kleine Mahlzeit für Adrian. Ab da war Adrian so gut wie ausgeschlafen und spielte mit seinen Sachen. Um die Mittagszeit waren wir am Ziel angekommen.

    Meine Empfehlung worauf man achten soll, falls man die Strecke nicht kennt. Schaut vorher ob es viele Raststätten direkt an der Autobahn gibt, oder ob man erst die Ausfahrt nutzen muss. Wir haben nämlich den Fehler gemacht und auf dem Rückweg, eine andere Strecke gewählt. Auf der A20 gibt es so gut wie keine Tankstellen direkt an der Autobahn. Dafür muss man erst die Ausfahrt nutzen. Dies kostet etwas mehr Zeit.

    Zum Thema was nehme ich mit, da muss man sicherlich selber für sich schauen. Nicht jeder stellt die gleichen Ansprüche oder macht den gleichen Urlaub. Sicher ist das was in die Wickeltasche gehört, genug Windeln für den ganzen Urlaub (es sei denn man hat kein Problem auf andere Marke umzusteigen), ebenfalls Feuchttücher, Milchpulver, Flaschen und Sauger, Brei oder vor gekochte Mahlzeiten, Getränke, Fruchtquetschis usw. Auch eine kleine Babyapotheke ist nicht verkehrt dabei zu haben.

    Ansonsten sollte man sich nach Möglichkeit nicht viel Stress bereiten und sich einfach freuen und loslassen können. 😉

  • Frausein
  • Mein Luxusmamaleben

    Nach vielen Wochen Pause wird wieder Zeit hier Leben rein zubringen. Zeit ist Mangelware, vor allem wenn man ein Baby zu Hause hat, aber ich will mich nicht beschweren, denn es gibt viele Menschen da draußen die noch mehr zu schaffen haben. Ich habe es erst im Urlaub zu schätzen gelernt, obwohl man eher davon ausgeht, dass Urlaub der Erholung dient.

    Ich war in meiner Heimat, in Polen. Wo ich aufgewachsen bin und die ersten 14 Jahre meines Lebens verbrachte. Wie ich schon in meinen ersten Beiträgen erwähnte, war ich ein verwöhntes Omakind. Meine Eltern waren selten da, die meiste Zeit waren sie in Deutschland und verdienten das Geld. Ja, damit es uns irgendwann besser geht. So war die Traumvorstellung, die eh nach paar Jahren geplatzt ist. Warum? Um es kurz zu fassen. Betrug, gebrochene Herzen, kein Erfolg im eigenem Geschäft… So kam eins zum anderen und meine Eltern trennten ihre Wege.

    Aber das war nicht das Thema worüber ich hier schreiben will. Meine Kindheit verbrachte ich also in Polen, mal bei der Einen und mal bei der Anderen Oma. Da sie aber in einer Stadt wohnen, war es nie nötig um den Kindergarten oder gar Schule zu wechseln. Optimal also. Ich ging das erste mal in einen Kindergarten mit 4 Jahren. Ich kann mich noch gut an das Gebäude erinnern, den Geruch nach der Mittagssuppe, die Kinderbettwäsche wo wir Mittagsschlaf gemacht haben und wie ich immer wieder versuchte die Erzieherinnen aus zu tricksen nicht schlafen zu müssen. Dann meine Schulzeit, die Wege zur Schule und zurück. Auch die, die wir mit Freunden beim Blaumachen zurückgelegt haben. Die geheime Orte im Park, wo ich mit dem ersten Freund verbracht habe und sowieso die Stadt, die mein Leben so geprägt hat und die ich immer geliebt habe. Irgendwann als die Zeit in der Familie stürmisch geworden ist, ist mir die Stadt hässlich vorgekommen. Ich mochte nicht mehr dort sein. Obwohl ich sehr viele Freunde hatte und es in der Schule immer sehr gut lief, entschied ich mich zu meinem Papa nach Deutschland zu ziehen. Er organisierte für mich die Schule, sodass ich direkt nach den Ferien einsteigen konnte. Und auch wenn ich noch lange Zeit in einem Zwiespalt war, kam es mir nie in den Sinn, Deutschland zu verlassen und zurück nach Polen zu gehen. Auch nicht, oder sogar dann nicht, als mich mein Papa mit 17 wegen seiner neuen Frau nach Polen zur Oma schicken wollte, weil ich mit ihr nicht zurecht kam. Beziehungsweise (und das sogar wortwörtlich beziehungsweise)  sie nicht mit mir. Tut sie bis heute nicht. Nicht mit mir, meiner Schwester, ihrem Sohn und sogar sehr oft mit meinem Papa nicht. Aber darüber brauche ich hier weiter nicht zu schreiben. Wollen wir ja keine Unruhe stiften.

    Nun ja, ich habe mich in Deutschland eingelebt und das Leben hier gefiel mir gut. Auch ohne „echte“ Freunde, ohne Erfolg in der Schule und ohne ein stabiles „Beziehungsleben“ zu haben. Ich bleib aber trotzdem hier. Zog zu einem Freund, machte meine Ausbildung, machte ein Führerschein, kaufte mir ein Auto, zog in eine Studentenbude und genießte das Leben… und so weiter.

    Kurz bevor ich die Liebe meines Lebens kennen gelernt habe, bzw. Lieben gelernt (wir waren uns schon vorher begegnet aber ohne „Liebe auf den ersten Blick“), kreisten meine Gedanken wieder zurück nach Polen zu gehen. Ich habe mich dort schon erkundigt, ob die Deutsche Ausbildung zur Krankenschwester anerkannt wird, ich suchte schon eine Wohnung und machte ein Plan wie ich alles kurz umsetzten kann. Aber dann… Dann kam Florian und veränderte mein Leben. Die Pläne waren auf einmal verschwunden… Vergessen…

    Und das war mein Schicksal was mich und mein Leben verändert hat. Mein Leben würde zu meinem Luxusleben, denn noch nie zuvor habe ich mich so vollkommen und erfüllt gefühlt. Noch nie war ich so angekommen wie jetzt. Dort wo ich jetzt bin. Für Einige ist Luxus ein Gegenstand oder ein Erlebnis. Das teure Auto, eine Villa, ein Urlaub in der Karibik… Für mich ist Luxus mein Leben, wie ich es lebe und wie ich es zu schätzen weiß. Mein Freund und mein kleiner Sohn, meine Familie.